«Wo es vier Kräne braucht, da ist meine Welt»
Jörg Weissing. Projektmanager am Standort Bern. Er steuert Projekte mit Verstand, Herz und Hands-on-Mentalität. Er liebt komplexe Aufgaben, interessante Bauherren – und ein Team, das an einem Strang zieht.
Jörg, wie bist du zum Projektmanagement gekommen?
Ich habe Anfang der 90er-Jahre in Dortmund Architektur studiert und 1996 abgeschlossen. Danach arbeitete ich in verschiedenen, kleinen wie grossen Büros an spannenden Projekten – etwa an Spitalbauten in der Ausführungsplanung, später bei der LTK im Ruhrgebiet, wo ich bis zum Flughafen Dortmund mitgeplant habe. Danach folgten Verwaltungsbauten, zum Beispiel für die IG Metall in Düsseldorf, und Kirchenbauprojekte für die Diözese Paderborn. Es waren fast immer grosse, anspruchsvolle Projekte – selten mit privaten Bauherren.
Welche Projekte hast du zuletzt betreut?
Aktuell bin ich am Testcenter der Pilatus Flugzeugwerk und beim Werk A der Micarna in Courtepin tätig. Dort geht es um Umbauten und Erweiterungen im Bestand und die Brandschutzertüchtigung bestehender Betriebsgebäude. Viele weitere Projekte sind in der Pipeline – ich bin gespannt, wie es dort für mich weitergeht.
Wie koordinierst du die verschiedenen Akteure auf einer Baustelle?
Ein guter Projektmanager schafft den Spagat zwischen Führung und Teamgeist und ist nie ein reiner «Wadenbeisser». Er ist keiner, der nur mit dem Finger in Wunden bohrt, sondern konstruktiv und lösungsorientiert denkt und daher jemand, den man respektiert – nicht fürchtet. Am Ende zählt, dass die Ergebnisse stimmen und das funktioniert nur, wenn das ganze Team hinter dem Projekt steht.
Was macht ein gutes Industrieprojekt für dich aus?
Ganz klar: Form follows function. Das habe ich von der Pike auf gelernt – schon im «Dortmunder Modell Bauwesen» an der Uni war das unser Leitspruch – fast Schicksal, dass dieser Gedanke heute auch W+P prägt. Wir entwickeln unsere Gebäude von innen heraus, orientiert an der Funktion und gehüllt in gute Architektur.
Was schätzt du an der Zusammenarbeit bei W+P?
Die Projekte sind enorm spannend – oft gross und komplex, mit bis zu vier Kränen auf der Baustelle. Das gefällt mir sehr gut. W+P ist zudem breit aufgestellt, und im Team gibt es viele kreative Köpfe mit coolen Ideen. Das hält den Alltag lebendig – und genau das möchte auch ich weiter fördern.
Wie hat sich dein Beruf in den letzten 30 Jahren verändert?
Das Tempo ist deutlich gestiegen. Prozesse laufen schneller, Entscheidungen werden unmittelbarer erwartet. Doch nicht jede technische Neuerung hat den Alltag wirklich erleichtert. Früher galt ein Wort, heute ist vieles flüchtiger – Kommunikation passiert über viele Kanäle gleichzeitig.
… und trotzdem?
Trotzdem überwiegen für mich die Chancen. Die digitalen Tools schaffen eine neue Transparenz: Informationen sind sofort und oft auch visuell verfügbar, Teams können standortübergreifend arbeiten, Abläufe lassen sich präziser steuern. Wenn man die Technik bewusst nutzt – als Werkzeug, nicht als Selbstzweck – wird sie zum echten Gewinn.
Wie entwickelst du dich persönlich weiter?
Ich habe den Beruf von Grund auf gelernt – nach dem Architekturstudium als Planer, dann Bauleiter und nun Projektleiter. In unserem Job musst du dich laufend weiterentwickeln. Nur wer offen bleibt, bleibt erfolgreich. Künftig versuche ich aber auch, mein Wissen weiterzugeben die Entwicklung des Nachwuchses zu fördern.
Was machst du in deiner Freizeit?
Ich bin gerne draussen unterwegs und entdecke die Schweiz Schritt für Schritt zu Fuss beim Wandern. Seit fünf Jahren lebe ich hier und kämpfe mich nun auch langsam wieder zurück zum Laufen (Marathon). Neben der Arbeit steht aber die Familie im Zentrum – zwei erwachsene Kinder und meine Mutter, die ich so oft wie möglich in Deutschland besuche, ebenso wie meine Partnerin und deren Kinder hier in der Schweiz.




